Wie brenne ich eine Tasse richtig?

Du benötigst:

  • Grafikprogramm
  • Drucker mit Sublimationsfarbe
  • Sublimationspapier
  • Hitzebeständiges Klebeband
  • Tassenpresse
  • Schneidemaschine
  • Sublimationstasse
  • Gute Laune und Lust ein Unikat zu erstellen

Hallo, mein Name ist Klaus. Ich bin Geschäftsführer der Firma KlaSopLeen und kann Dir mit einem fundamentierten Fachwissen gerne weiterhelfen. Wir haben Kunden, die 500 Werbetassen bestellen und mehr. KlaSopLeen verkauft über 370 personalisierbare Produkte. Mehr unter www.dream-cup.de

Die Grafik:

Wir arbeiten im Farbraum RGB und achten darauf, dass wir eine Grafik haben, die eine vernünftige Auflösung hat. Es soll ja keine Matschgrafik werden.
Also erstellen wir eine leere Datei in der Größe 19 x 9,2 cm, RGB, mindestens 300 DPI. 

  • Eine Tasse kannst Du mit einer Tassenpresse nicht bis zum Rand sublimieren
  • Du benötigst dafür einen Ofen
  • Natürlich kannst Du auch auf 20 oder 21 cm in die Breite gehen

Jetzt liegt es an Dir bei der Gestaltung etwas tolles zu zaubern, jedoch beachte dabei, dass die Farbe Schwarz als geschlossene Fläche nicht so leicht zu sublimieren ist, wie eine Grafik, die Grün, Rot oder dergleichen ist.

Schiebst Du in die erstellte Datei eine Grafik, die eine größere Auflösung hat als die Datei ist, zeigt dies, dass sie mehr als genug Pixel hat und es ein tolles Ergebnis wird. Musst Du die Grafik vergrößern, damit sie in Deine erstellte Datei 19 x 9,2 cm, 300 DPI passt, verliert die Datei beim Vergrößern Pixel. 

Die Druckereinstellung über den PC:

Wir benötigen für einen perfekten Ausdruck ein Druckprofil. Wir haben in unserer Firma für jedes Material ein Druckprofil erstellt. Diese Profile nennt man ICC Profile. Es gibt jedoch bei jedem Drucker ein Standard ICC Profil, welches Du verwenden kannst. Die Checkbox: Feinste Details noch anklicken und dann kann es los gehen. Unsere Sublimationsdrucker drucken immer automatisch spiegelverkehrt. Damit vermeidest Du Fehler. Solltest Du ein Nutzen auf ein A4 Blatt gedruckt haben, schneide dieses mit der Schneidemaschine ab. Den Rest kannst Du für die nächsten 2 Tassen verwenden. Standarddrucker können nur die Breite eines Papiers erkennen, jedoch nie die Länge. 

  • Papier nicht vor dem Druck zurecht schneiden
  • Das Papier auf jeden Fall schneiden, da sich an den Seiten des Papiers Farbe versteckt, die durch den Druckkopf, welcher ja von rechts nach links über den Papierrand hinaus geht, ansammelt
  • Eine gerade Schrift auf der Tasse bekommst du mit einer Hilfslinie hin, damit Du das Papier gerade schneiden kannst

Ausdruck an der Tasse befestigen:

Du richtest den Ausdruck nun mittig zum Henkel der Tasse aus. Achte darauf, dass der Abstand zum Tassenrand und zum Boden gleich sind. Die vorbereiteten zwei Streifen hitzebeständiges Klebeband befestigst Du an der Henkelseite. Nie oben und unten!

Brennvorgang:

Wir beachten nie die Uhr in der Maschine und das aus dem Grund der schwankenden Raumtemperatur. Wir benutzen eine Stoppuhr!
Stelle Deine Maschine auf 180 Grad oder 356 Grad Fahrenheit ein. Teste mit einer Tasse, dass der Andruck stark ist (nicht sehr stark). Nun schaltest Du Deine Maschine ein. Diese ist geschlossen und Deine Opfertasse in der Maschine. Du verlängerst damit die Lebensdauer des Heizelementes.
Hat Deine Maschine die 180 Grad erreicht, tauschst Du die Tassen. Achte dabei darauf, dass der Henkel in der geschlossenen Tasse ziemlich mittig in der Öffnung liegt.
Jetzt liegt es an der Grafik, die Du sublimieren möchtest, wie es weiter geht. Ist Deine Grafik/Text eher in der Mitte der Tasse, kannst Du die Tasse nach 4 Minuten raus holen. Du hast eine Tasse, die die komplette Fläche von 19 x 9,2 cm füllt und viel Schwarz als Fläche enthalten ist, so ist folgender Trick interessant: Nach 3 Minuten machst Du die Maschine auf und drehst die Tasse einmal um. Jetzt sublimierst Du nochmals eine Minute weiter. Bei einer teuren Profimaschine kannst Du Dir das natürlich sparen, da diese die 180 Grad sauber komplett auf dem Heizelement bietet. Die Günstigeren haben dies nicht und ergeben somit die Streifen.

Abkühlen der Tasse:

Ja, es gibt die Idee mit 180 Grad in ein Wasserbad zu legen. Für die Tasse nicht schlimm, jedoch kann dies zu Haarrissen führen. Dies hörst Du, wenn die Tasse dabei knackt. Stelle sie doch mal für 30 Sekunden vor einen lüfter und dann ins Wasserbad. Das Sublimationspapier entfernst Du natürlich, nachdem Du die Tasse aus der Presse genommen hast.

  • Bitte beachte, dass Du die Opfertasse wieder in die Maschine machst und diese schließt 

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Viel Erfolg

Klaus

Fehlerhilfe:

Du erhöhst die Temperatur: Dies ergibt keinen Sinn, da jede Sublimationstasse über eine Polyesterschicht verfügt und diese mag das nicht.

Ich verlängere die Zeit: Eine gute Idee, aber bei 4:30 Minuten ist Ende und das auch nur, wenn Du eine geschlossene Farbe hast und das Heizelement Deiner Maschine nicht gut ist.

Ich erhöhe den Andruck: Du zerstörst damit das Heizelement, aber bringen wird es nichts.

An den Ecken des Papiers sind schwarze Streifen oder Punkte sublimiert: Verwende ein Papier, welches über 100 Gramm stark ist und streiche das hitzebeständige Klebeband nicht auf die Tasse, sondern drücke es an der Tasse fest.

Wenn das Ergebnis nicht so ist, wie Du es Dir vorgestellt hast, dann beseitige einen Fehler immer damit, dass Du nur einen Parameter veränderst! Also beispielsweise der Andruck, das Papier, die Farbe etc.
Verändere nie das Papier und die Farbe gleichzeitig, sondern eins nach dem Anderen.

Anmerkung:

Wenn es stimmt, dass eine Tasse spülmaschinenfest ist und mit rund 70 Grad die Sublimation von 180 Grad hält, warum geht die Sublimation bei der Zaubertasse nach nur wenigen Spülmaschinengängen ab?
Das ist einfach zu erklären. Die Zaubertassen verfügen über eine Polyesterschicht und eine Spezialschicht. Es löst sich dort die
Spezialschicht. Und wie verhält sich dies bei Glitzertassen? Das Glitzer wird auf die Tasse gesprüht. Sie überlebt zwar mehrere Spülmaschinengänge, aber mag es trotzdem nicht in der Spülmaschine verbracht zu werden.

Und hier eine Zaubertasse aus dem Geschirrspüler: